KI-Content-Flut: Warum echte Inhalte für Websites wieder wichtiger werden

Inzwischen dürfte auch beim Letzten angekommen sein, dass KI uns jede Menge Arbeit abnehmen kann. Sie schreibt Texte, erstellt Bilder, baut Websites und kann mittlerweile sogar direkt auf unserem Computer Aufgaben erledigen.

Technisch beeindruckend. Datenschutztechnisch teilweise mehr als bedenklich. Aber darum soll es heute gar nicht gehen.

Mit KI-generierten Vereinsplakaten fing es gefühlt an. Inzwischen begegnet uns der typische KI-Look überall: auf Websites, in Social-Media-Beiträgen und sogar in der Kundenkommunikation.

Und ich frage mich immer häufiger: Fällt eigentlich nur mir auf, wie austauschbar das alles wird?

Lieber eine alte Website mit Charakter als eine neue ohne Persönlichkeit?

Inzwischen würde ich sogar behaupten: Bevor du deine bestehende Website durch eine komplett generische KI-Version ersetzt, lass lieber die alte stehen. Zumindest dann, wenn sie noch einen Funken Persönlichkeit enthält. Und passe nur deine Inhalte an.

Versteh mich nicht falsch. Ich nutze KI selbst täglich und finde viele Möglichkeiten großartig.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen „Ich nutze KI, um meine Ideen umzusetzen“ und „Ich lasse KI entscheiden, wie mein Unternehmen aussieht und klingt“.

Denn nur weil eine Website professionell aussieht, bedeutet das noch lange nicht, dass sie zu deinem Unternehmen passt.

Mach doch mal den Logo-Test:

Öffne deine Website und verdecke dein Logo.

Würde jemand, der dein Unternehmen kennt, trotzdem erkennen, dass es deine Seite ist?

Oder könnte sie genauso gut zu einem beliebigen Mitbewerber gehören?

Sieh dir auch die Texte an: Wenn alles voll mit Floskeln ist, hast du kein Alleinstellungsmerkmal und Kunden wissen nicht, warum sie dich statt des Mitbewerbers auswählen sollten.

Deine Website sollte sich anfühlen und so aussehen wie dein Geschäft

Stell dir vor, du möchtest tanken und hast zwei Tankstellen zur Auswahl. Beide verlangen denselben Preis.

Die eine findest du auf Anhieb, ist hell beleuchtet, sauber und übersichtlich. Du wirst freundlich begrüßt und kannst dir vielleicht noch einen guten Kaffee holen. Und du siehst auch, dass die Mitarbeiter Spaß bei der Arbeit haben.

Die andere erfüllt ihren Zweck, aber sie ist ungepflegt und der Kassierer beachtet dich nicht. 

Wo würdest du lieber anhalten?

Unsere Entscheidungen treffen wir eigentlich immer aus einem Bauchgefühl heraus. Oft sind es Kleinigkeiten, die darüber bestimmen, wo wir uns wohler fühlen. Aber genau das gilt auch für Websites.

Am Ende sitzt vor dem Bildschirm immer noch ein Mensch.

Einer, der dein Produkt kaufen oder mit dir zusammenarbeiten möchte.

Er will wissen, was du anbietest, was ihn erwartet und ob er bei dir gut aufgehoben ist.

Eine KI kann dir dabei helfen, diese Informationen ansprechend aufzubereiten. Aber sie kennt nicht automatisch die kleinen Besonderheiten, die dein Unternehmen ausmachen.

Was würdest du jemandem erzählen, der dich noch nicht kennt?

Stell dir vor, du bist neu in einer Stadt. Niemand kennt dich oder dein Unternehmen.

Was würdest du den Menschen über dich erzählen?

Würdest du dich mit den Worten „Wir bieten innovative, maßgeschneiderte Lösungen mit höchstem Qualitätsanspruch“ vorstellen?

Wahrscheinlich nicht.

Du würdest erzählen, was du machst, warum du es machst und was deine Kunden davon haben und was dich jeden Tag antreibt morgens aufzustehen.

Vielleicht bist du der Handwerker, der auch nach Feierabend noch zurückruft. Oder du betreibst ein Geschäft, in dem du deine Stammkunden beim Namen kennst.

Genau solche Dinge machen dein Unternehmen unverwechselbar.

Schreib diese Gedanken ruhig erst einmal ungefiltert auf. Lass sie anschließend von KI strukturieren und sprachlich verbessern.

Aber behalte deine eigene Stimme.

Warum Personal Branding immer wichtiger wird

Je einfacher es wird, professionelle Websites und Inhalte zu generieren, desto wichtiger wird die Frage, wer eigentlich dahintersteht.

Menschen möchten wissen, wem sie vertrauen können. Gerade bei Dienstleistungen, bei denen es nicht nur um ein fertiges Produkt, sondern auch um die Zusammenarbeit geht.

Deshalb glaube ich, dass der Aufbau einer erkennbaren Personal Brand für viele Selbstständige zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Dabei geht es übrigens nicht darum, dein gesamtes Privatleben öffentlich zu machen. Sondern darum, deine Persönlichkeit, Erfahrungen und Arbeitsweise sichtbar werden zu lassen.

Mein Fazit

KI ist nicht das Problem. Entscheidend ist, wie wir sie verwenden.

Du kannst dir innerhalb weniger Minuten eine Website erstellen lassen. Aber nur weil etwas schnell und einfach geht, ist es nicht automatisch die beste Lösung für dein Unternehmen.

Nutze KI, um deine Ideen besser umzusetzen. Nicht, um sie vollständig zu ersetzen.

Denn deine Kunden sollen sich am Ende nicht für irgendeine perfekte Website entscheiden. Sondern für dich und dein Angebot.

Weitere Blogbeiträge

Seit über 13 Jahren arbeite ich im Medien-, Entwicklungs- und Kreativbereich. 2021 habe ich mich als virtuelle Assistentin und Webdesignerin selbstständig gemacht.

Ich begleite Selbstständige dabei, Websites zu entwickeln, die nicht nur gut aussehen, sondern im Alltag wirklich funktionieren und mit dem Business mitwachsen.

Ich freue mich von deinem Projekt zu hören!

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